Am vorletzten Wochenende war ich in Chapare zelten. Chapare liegt im tropischen Gebiet Boliviens auf dem Weg zwischen Cochabamba und Santa Cruz.
Wir haben uns am Samstag Nachmittag mit zwei Autos auf den Weg gemacht. Eigentlich ein sehr schöner Weg, denn man sieht wie sich die Natur Stück für Stück ändert. Jeder Höhenmeter den man nach unten fährt, lässt die Natur grünen und teilweise erst richtig zum Vorschein kommen. Das Problem bei dieser Strasse, einer der Hauptverkehrsstrassen in Bolivien, ist, dass man er einen hohen Pass von knappen 3500m überqueren muss, bevor man recht schnell sich dem Meeresspiegelniveau nähert. Da sich dort die kalte feuchte Luft oft in Nebel verwandelt, ist diese Strecke nicht unbedingt ungfährlich.
Da wir Abends gefahren sind, wurde der Nebel sehr heftig und da unser Auto natürlich auch keine Nebelleuchten oder besondern gute Scheinwerfer hatte, mussten wir uns von den hinteren Sitzen aus den Fenstern lehnen um dem Fahrer zu sagen, ob er weiter links oder weiter rechts fahren soll, um auf der Strasse zu bleiben, denn er konnte nichts mehr erkennen bei dem dichten Nebel. Ein wahres Abenteuer.
Wenn man in Bolivien zelten geht, sorgt sich keiner um Isomatten, wenn überhaupt haben sie einen Schlafsack dabei, dass muss reichen. Also haben wir in unseren Zelten auf dem schönen tropischen Boden geschlafen. Aber um ehrlich zu sein, ist der harte Boden das kleinere Hinderniss beim einschlafen, man quält sich mit der tropischen Luft und den Temperaturen die auch in der Nacht nicht unter 20Grad sinken.
Wir waren dort in einem Fluss baden, ja eigentlich eine Sache, die man im Ausland nicht tun sollte… Zu erst wurden circa 10 Steine hintereinander in den Fluss geworfen, um zu testen, dass auch ja keine Schlangen oder andere gefährliche Tiere im Wasser sind. Nachdem sich die Bolivianer sicher waren, dass das Wasser „bebadbar“ ist, sind wir reingegangen. Ja und wie das nun so ist, wenn man mit erwachsenen Menschen unterwegs ist, wurde erstmal eine riesen Schlammschlacht angefangen. Sehr lustig, und dann mussten unbedingt Bilder gemacht werden von allen, wie alle im Wasser sind und schreien, sehr amüsant. Aber nach Bild Nummer 5 hatte ich dann nun auch keine Lust mehr immer aus dem Fluss rauszuklettern, den Selbstauslöser einzuschalten und wieder reinzuspringen.
Die zweite Nacht war sehr lehrreich und spannend. Ich habe meine ersten tropischen Regen erlebt. Also wenn es in Berlin mal heftig regnet und man innerhalb einer Minute klitschnass wird, dann ist das absolut nichts im Vergleich zu einem Tropenregen. Ich hatte echt, dass unser Zelt zusammenbricht. Aber wir hatten Glück, denn ich habe in einem Zelt deutscher Qualität geschlafen und es waren nur 3 Zelte der insgesamt 6 Zelte im Stande das Regenwasser abzuhalten. Wir haben dann bei strömendem Regen noch Plastikplanen zum Schutz über die Zelte gelegt. Die anderen haben sich für den Rest der Nacht in die 2 Autos bzw mit Zelt unter einem Unterstand gerettet.
Ja, also ich muss sagen, eine spannende Erfahrung, aber ich bevorzuge doch glaube ich das heisse aber trockene Wetter in Cochabamba.