Nov 19 2009
Die Bolivianischen Regierungsgegner auf Kuscheltour
Wenn Terroristen kuscheln
Bolivien vor Wahlen: Regierungsgegner dienen sich dem Präsidenten an
Von Benjamin BeutlerAriel Rivera ist zurückgetreten. Der Expräsident der neofaschistischen »Jugendunion Santa Cruz« (UJC) Boliviens spielt seit dieser Woche den Verführten: »Ich habe aus Überzeugung an der Front gekämpft, nie habe ich einen Peso verlangt«. Doch das Unternehmerbündnis »Bürgerkomitee Pro Santa Cruz« und die regierungsfeindliche Präfektur des Tiefland-Departamento hätten die UJC für ihre Sezessionspläne als »Sicherheitsfirma« mißbraucht, verkündete er. Ohne es zu merken, habe man »wirtschaftlichen Interessen einiger weniger gedient«, so Rivera in der Pose des Unschuldslamms. Wegen ihrer Beteiligung an einem Putschversuch im September 2008 sitzen mehrere UJCler in Haft. Nur ein Jahr ist es her, daß die mit Hakenkreuzschilden und Baseballschlägern Bewaffneten Menschenjagd auf Anhänger des Präsidenten Evo Morales und »schmutzige Indios« machten. Um der gerechten Strafverfolgung zu entgehen, geht die bedrängte Schlägertruppe nun auf Kuschelkurs. Man wolle die regierende Bewegung zum Sozialismus (MAS) »unterstützen«.
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