Dez 20 2009
20. Dezember
Ja, jeder von euch wird in Deutschland schon mal mit einem öffentlichen Bus gefahren sein. Aber wie ihr sicher wisst, ist Busfahren auch ne Sache, die in jedem Land anders abäeuft…
In Cochabamba kann man jeden Bus an jeder Strasse anhalten, in dem man seine Hand ausstreckt. Die Busse halten dann meist auch an oder zumindest verlangsamen sie ihr Tempo, so dass man gerade reinspringen kann, es sei denn es ist kein Platz. Dann fahren diese Busse gwöhnlicherweise einfach an einem vorbei. Aber sollte dies auftreten, sieht man es normalerweise schon von weitem, wenn dann hängen mindestens 2 Personen schon halb aus der Tür oder aus der Öffnung, wo früher einmal eine Tür vorhanden war. Wenn man denn dann eingestiegen ist und seine knappen 15cent Beförderungsentgelt bezahlt hat, kann der Spass losgehen losgehen: Manchmal hat man das Glück, dass man in einen Bus eingestiegen ist, in dem man ordentlich sitzen kann, sprich, die Sitze fallen nicht auseinander und man hat gerade so genügend Platz für seine Beine, aber oft ist das leider nicht so. (Ja, auch wenn ich eher zu den kleineren Menschen gehöre, hatte ich in Cochabamba oft Probleme bequem meine Beine zu platzieren.) Dann haben die meisten Busse Fenster die nicht richtig schliessen, eigentlich ja kein Problem, wenn es draussen warm ist, aber wenn es regnet, ist somit das Sitzplatzangebot oft auf die Haelfte reduziert, denn auf einem nassen Sitz möchte man ja nicht sitzen.
Oft sieht man hier die Busfahrer, die sich gegenseitig versuchen zu überholen. Es ist wohl ein Spass für sie ihren Bus auf Hochtouren zu bringen, um den Kollegen im “Rennen” zu schlagen. Tja, an sich kann das auch für die Mitfahrer ganz lustig sein, aber es wird einem recht schnell mulmig zumute, wenn der Auspuff und andere Teile des Busses anfangen zu knallen, so das man denkt, dass gleich der Bus mitsamt seinen Insassen in die Luft fliegt.
Was die Busse hier so einzigartig macht, ist die schöne und einzigartige Gestaltung von innen. Die Busse sind hier nicht wie in Deutschland von einem Unternehmen gestellt, sondern jeder fährt seinen eigenen Bus und muss sich selbst um sein Fahrzeug kümmern. Zwar sind die Bussefahrer ein und der selben Linie meist organisiert in einer Art Verein, aber trotzdem ist jeder selbst verantwortlich für sein Eigentum. Ich glaube es gibt keine Bus, der nicht irgendwie von innen geschmückt ist; entweder kann man waehrend der Busfahrt schöne Poster betrachte, oder auch eine Mischung aus Teddiebären, die an der Frontscheibe baumeln, umrandet von Lichterketten und daneben Jesusbilder und Popgruppenposter Seite an Seite.
Jedes mal wieder ein kleines Abenteuer in einen Bus einzusteigen.
